Behältnisse, die dazu gedient haben kleinere Nadeln aufzubewahren, finden sich aus verschiedenen Materialien. Neben exclusiveren Stücken z.B. aus Bronzeblech gibt es eine große Anzahl von Exemplaren aus Knochen von größeren Vögeln (Gänse, Reiher etc).
Diese sind einfach auf das nötige Maß geschnitten, also in der Regel 5,5-7,5 cm und garnicht oder nur sehr einfach mit Ritzmustern verziert.
Die Nadeldöschen haben meist in der oberen Hälfte der Mitte zwei Bohrungen durch die dann eine Tragebefestigung geführt wurde. Somit wurden sie waagerecht getragen.
In den Knochen fand man teilweise Spuren von Wolle woraus man schließen kann, daß die Nadeln dort einfach festgesteckt wurden. Von Deckeln oder Stöpseln sind keine Anzeichen vorhanden, möglicherweise wurden die Enden aber auch mit Wollpfropfen verschlossen.
Interessant ist, daß bisher in York keine bebohrten Nadeldöschen im Fundgut sind, wohl aber eine Anzahl von Vogelknochen mit den selben Ausmaßen und gänzlich ohne Verzierungen. Daraus schlußfolgere ich, daß die Nadeldöschen dort nicht, wie im skandinavischen Raum, hängend an der Fibel getragen wurden. Da die dortige Frauenmode auch deutlich angelsächsisch geprägt ist (zB keinerlei Funde von Ovalfibeln usw) verwundert das auch nicht weiter.
Bei dem Nadeldöschen links handelt es sich um eines, das in etwa einem Birka-Fund entspricht. Das rechte ist etwas dekadenter und ohne Vorbild. Es ist von Rieke mit Silberdrahteinlagen und Aufhängung versehen worden und als Krönchen hat Torben eine Perle gestiftet.
