Nadeln sind ein sehr weit gefächertes Fundgut, das mehrfach zu unterteilen ist.
Es geht von Trachtbestandteilen z.B. als Fibelersatz und Nadeln, die als Werkzeuge (z.B. für Webarbeiten, evtl. Posamentierarbeiten, Pfrieme usw.) bis zu Nadeln, die zum Naalbinding und bedingt auch zum Nähen nutzbar sind. Allerdings sind die als Nähnadeln gedeuteten Stücke auch recht groß und im frühmittelalterlichen Fundgut findet man eine zahlenmäßig recht große Anzahl von feineren Nähnadeln aus Metall (Eisen, Bronze).
Bei Nadeln ist im Gegesatz zu Kämmen der Anteil an Knochen als Werkmaterial ungleich größer.
Ich fertige Nadeln, indem ich zunächst die Form grob aus dem Knochen säge und dann mit der Feile alles wegnehme, was nicht nach Nadel aussieht ;-)
Hier noch Abbildungen, die exemplarisch für oben genannte Gruppen stehen:
Einige Originale aus York

Hier zwei Nachbildungen von Funden aus York.


Als Beispiele für Werkzeuge hier noch eine Posamentennadel, die ich auf Anregung von Rieke für sie gefertigt habe. Dabei war eine sich sehr langsam und gleichmäßig zunehmende Spitze, sowie eine gut griffige Länge, gefragt.
Bei der Zweiten handelt es sich um Raphis Lieblings-Naalbindingnadel.